Atelier des Uniformes

Die Ursprünge der Schuluniform

Die Ursprünge der Schuluniform



Obwohl Schuluniformen in Frankreich nicht vorgeschrieben sind, werden sie in der öffentlichen Debatte immer häufiger thematisiert. Doch woher kommen sie eigentlich? Werfen wir einen Blick zurück auf die Ursprünge der Schuluniformen.







England, der Geburtsort der Schuluniform




Um die Ursprünge der Schuluniform zu finden, müssen wir ins England des 16. Jahrhunderts zurückgehen. Damals wurde sie Schulen für Waisen und Kinder aus einkommensschwachen Familien kostenlos zur Verfügung gestellt, insbesondere der Christ’s Hospital School in London. Die Uniform, bestehend aus einem langen blauen Mantel mit Ledergürtel und gelber Hose oder Rock, ist seit über 460 Jahren unverändert und wird den Schülern der Christ’s Hospital School auch heute noch kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie gilt als der wahre Vorläufer der heutigen Schuluniformtradition.




Seitdem wurde die Schuluniformpflicht landesweit ausgeweitet, um religiöse und soziale Unterschiede abzubauen. Sie hat sich jedoch weiterentwickelt, und jede Schule bietet mittlerweile ihre eigene Uniform an. Diese besteht häufig aus einem Blazer mit Schullogo, einer Krawatte, Kniestrümpfen und einem Rock oder einer Hose.




Schuluniformen sind auch in ehemaligen britischen Kolonien wie Australien, Neuseeland und Indien weit verbreitet. Sie sind auch in Japan und Südkorea sehr üblich, wo fast alle Schulen Uniformpflicht haben. Im Gegensatz dazu setzten sich Schuluniformen in europäischen Ländern nur langsam durch, und viele haben sie inzwischen wieder abgeschafft.







Die Anfänge der Uniform in Frankreich




Erst im 19. Jahrhundert, fast dreihundert Jahre später, hielten Schuluniformen in Frankreich Einzug. Nach Napoleons Machtergreifung und der Einführung der Lycées (Gymnasien) per Gesetz vom 1. Mai 1802 strebte er die Wiederherstellung strenger Disziplin an den Schulen an. Die Schüler mussten Uniformen tragen, die denen des Militärs ähnelten. Ziel war es, die Ordnung wiederherzustellen und dem damals herrschenden chaotischen Schulalltag ein Ende zu setzen. Die Uniform bestand aus einer blauen Weste und Hose mit goldenen Knöpfen sowie einem Zweispitz, der stark an die damalige Militärbekleidung erinnerte. Diese Ähnlichkeit blieb das ganze 19. Jahrhundert über bestehen.




Um 1880 wurden die ersten öffentlichen weiterführenden Schulen für Mädchen eröffnet, die – wie die Jungenschulen – eine Schuluniform vorschrieben. Diese bestand aus einem marineblauen Kleid mit weißem Kragen und einer Schärpe, deren Farbe je nach Alter variierte. Manchmal trugen die Mädchen auch nur eine graue Schürze mit weißem Kragen.




Im 20. Jahrhundert wurde das Tragen von Uniformen, insbesondere von Kitteln, üblich, da die Schüler damals mit Tinte und Federkiel schrieben, was sehr unsauber war. Die Uniformen entwickelten sich allmählich weiter, um den Modetrends zu folgen, und Kittel wurden zwischen den beiden Weltkriegen unisex.




Als Frankreich im Mai 1968 mit einer schweren Schülerkrise konfrontiert war, wurde die Schuluniform abgeschafft. Tatsächlich war das Bildungssystem, das von den Schülern als zu streng empfunden wurde, gezwungen, die Uniformpflicht aufzugeben.




Erst 35 Jahre später, im Jahr 2003, kam das Thema Schuluniformen erneut auf, als der damalige Bildungsminister Xavier Darcos deren Wiedereinführung erwog. Seiner Ansicht nach würde eine einheitliche Schuluniform „sichtbare Unterschiede in sozialer Klasse oder Vermögen“ beseitigen. Sein Vorschlag fand jedoch keine Unterstützung in der Regierung und wurde nie umgesetzt.




Eine Schulklasse in Schuluniform

Schüler in Schuluniform




Uniformen in Frankreich heute




Das Thema Schuluniformen kam erst bei den Präsidentschaftswahlen 2017 wieder auf. Tatsächlich nahmen die Präsidentschaftskandidaten François Fillon und Marine Le Pen Schuluniformen in ihre Wahlprogramme auf. Für François Fillon ging es darum, „Respekt vor Autoritäten und ein Gefühl der Anstrengung“ wiederherzustellen.




In den letzten Jahren hat das Thema in den politischen Bildungsdebatten zunehmend an Bedeutung gewonnen. 2017 erklärte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer: „Die Schulen der Republik bilden Bürger aus, nicht Konsumenten.“ Damit deutete er an, dass die Wiedereinführung von Schuluniformen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit auf dem Schulhof eine Möglichkeit sei . Die Hauptargumente der Politiker für Schuluniformen sind nach wie vor Disziplin und Chancengleichheit für alle Schüler. Auch einige Präsidentschaftskandidaten wie Éric Zemmour und Marine Le Pen brachten das Thema Schuluniformen bei den Wahlen 2022 zur Sprache.




Heute sind Schuluniformen in Frankreich trotz ihrer vielen Vorteile nicht mehr verpflichtend. Sie werden jedoch weiterhin an einigen Schulen, die sich dafür entscheiden, sowie an spezialisierten Schulen wie beispielsweise im Gastgewerbe oder an Militärakademien getragen. In den französischen Überseegebieten ist das Tragen von Uniformen deutlich verbreiteter. Dies gilt insbesondere für Martinique, wo mehr als ein Drittel der Schulen das Tragen einer Uniform vorschreibt. Bei L' Atelier des uniformes ( Die Uniformwerkstatt) bieten wir Schulen und Eltern individuell anpassbare Schuluniformen an.



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